Profil-Bild

Vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) gibt’s ganz frisch ein Video zum Bildungspakat. Und, wir ahnen es natürlich schon, es soll die Politik des BMAS verkaufen: Schaut her, was wir für ein tolles Paket geschnürt haben. Aber bei dem Slogan am Ende des Videos kann ich einfach nur sagen: super, gut gemacht.

Mitmachen möglich machen

Das ist so ziemlich der beste Slogan, den ich in letzter Zeit gehört habe. Das ist der Teilhabegedanke in drei Worten. Hier ist das Video (bitte am Ende auf „mitmachen lassen“ klicken, um zum 2. Teil zu gelangen):

Das Video erinnert mich an den aktuellen Diakonie-Spot, die beiden Videos korrespondieren quasi miteinander. Man könnte fast meinen, dass der BMAS-Spot die Antwort auf den Diakonie-Spot ist. Hier das Diakonie-Video:

Hmmm. Schwieriges Video. Betroffenheitsschwelgerei im großen Stil. Auch hier gibt’s am Ende eine Botschaft: Menschlichkeit braucht Unterstützung. Das klingt ja erst einmal ganz nett, aber inhaltlich steht diese Botschaft diametral der BMAS-Botschaft gegenüber. Während es beim Mitmachen möglich machen um ein MIT-einander und um Aktivität geht (selber mitmachen), geht es bei Menschlichkeit braucht Unterstützung um ein FÜR-einander und um Passivität (es wird einem geholfen).

Ist das das leitende Bild der Diakonie?

Mitmachen möglich machen – das hat doch das Potenzial zu einem richtigen Diakonie-Mantra. Diakonie ist dazu da, Mitmachen möglich werden zu lassen – und nicht um zu helfen oder zu unterstützen. Helfen und Unterstützen sind nur die Methoden, die Wege, Diakonie zu „machen“. Helfen allein stellt noch kein leitendes Bild von Diakonie dar, ist noch nicht das „Eigentliche“.

Der christliche Glaube lebt von Bildern. Die Bibel ist voll davon, ein wahres Bilder-Buch. Darunter solch kräftige, die etwas auslösen, etwas bewirken, nach vorne ziehen, die die Wirklichkeit verändern. Die Antwort auf die ganzen Versuche, diakonisches Profil zu gestalten, liegt vielleicht einzig und allein im Suchen, Finden und Leben von kräftigen, handlungsleitenden Bildern. Bilder, die einen wirklich nach vorne ziehen können.

Und jetzt kommen wir zu dem Grund, warum Profilentwicklung in der Diakonie oft so schwierig ist: Sie bleibt stecken zwischen politisch korrekter Betroffenheit und betonter Selbstdarstellung. Das zieht nicht.

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