Wir können alles – sogar Jahresberichte!

Jahresberichte stellen meist keinen sonderlichen Lesegenuss dar. Sowohl das Schreiben als auch das Zur-Kenntnis-Nehmen von Jahresberichten gehört wohl eher in den Bereich der Pflichtaufgaben der Schreiber bzw. der Funktionäre und Fachjournalisten, die sich dafür beruflich interessieren müssen. Jahresberichte sind immer ein bisschen geschönt und ein bisschen langweilig. Wäre da nicht das Diakonische Werk Baden. Dort ist es gute Tradition, das Thema Jahresbericht ein wenig anders anzugehen. Etliche Jahre als „alternativer Jahresbericht“, nun unter dem Etikett „Diakonie Magazin“. Das Konzept geht so: Der Bericht wird zweigeteilt, Geschäftsbericht und Bilanzen werden in eine kleine A5-Beilage ausgelagert, dafür wird einem zentralen diakonischen Thema in der „Hauptpublikation“ breiter Raum gegeben. Dieses Jahr ist es das Thema zuhause sein (Heimat).

Die Texte sind interessant und ansprechend. Natürlich geht es auch hier darum, die Diakonie in ein gutes Licht zu rücken. Aber das Ganze ist so gut gemacht, dass ich nicht das Gefühl habe, in einer Dauerwerbesendung gelandet zu sein. Die Jahresberichte widmen sich immer einem zentralen diakonischen Thema. Dieses Mal halt „zuhause sein“ (Heimat), davor „Lebensräume“ (Wohnen/Zusammenleben) oder „Übermorgen“ (Vorstellungen, wie wir leben wollen). Die Themensetzung und -auswahl ist gelungen. Das Hauptthema wird in den einzelnen Artikeln entfaltet und die Texte bieten Neues und Anregendes. Und es gibt Artikel, die man nicht in einem Diakonie-Jahresbericht vermutet, die mutig sind. Eine Prostituierte, die mit der Diakonie zusammengerbeitet hat, beschreibt passend zum Thema, wie sie sich in ihrem Körper zuhause fühlt.

Der einzige Nachteil: Die Jahresberichte gibt es nicht im Abo.

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