Gemeindediakonie kompakt

Wer eine fundierte Einführung in die Hintergründe der Gemeindediakonie sucht, sei der folgende Text ans Herz gelegt: Gemeindediakonie – Chance für ein lebendiges Gemeindeprofil von Arnd Götzelmann, erschienen im Pfälzischen Pfarrerblatt.

Arnd Götzelmann bietet mit diesem Text quasi einen Crashkurs in die wichtigsten Facetten der Gemeindediakonie. Neben zentralen Grundfragen (wie dem Verhältnis von Glaube und Werken, der Begründung der Diakonie als Grundfunktion von Kirche und Gemeinde oder den biblisch-theologischen Motiven diakonischen Handelns), gibt er einen Überblick über die handelnden Akteure und skizziert vier Konzepte der Gemeindediakonie, um darzustellen, dass Gemeindediakonie programmatisch an ganz unterschiedlichen Stellen ansetzen kann. Gemeindediakonie kann gemeindepädagogisch verortet sein (Ruhfus), bei Initiativ- und Selbsthilfegruppen ansetzen (Kleinert), die Kindertagesstätte als evangelisches Nachbarschaftszentrum in den Mittelpunkt rücken (Götzelmann) oder sich als solidarische Gemeinde aus dem Gottesdienstgeschehen her verstehen (Zellfelder).

Solch eine kompakte Einführung ist äußerst hilfreich, wenn man sich mit der Frage nach der diakonischen Dimension in der Gemeinde beschäftigen will. Götzelmanns Artikel ist sowohl für die Diskussion im Presbyterium/Kirchenvorstand sehr gut geeignet, als auf für die Annährung an die Gemeindediakonie von Seiten der Mitarbeitenden aus diakonischen Einrichtungen und Werken, die sich oft erst in diese – für sie eher fremde – Form von Diakonie hinein denken müssen.

Zum Abschluss gibt Götzelmann noch vier gemeindediakonische Grundhaltungen mit auf den Weg: Diakonie als zentrale Aufgabe der Gemeinde betrachten, Kirchengemeinde und Gemeinwesen wahrnehmen, Verbündete suchen und ein „Gespür für Topos und Kairos entwickeln“. Diesen letztgenannten Hinweis möchte ich einmal hervorheben und zitieren ihn hier in Gänze:

„Gespür für Topos und Kairos entwickeln: Jede Gemeinde hat einen spezifischen Ort (griech. topos), eine besondere Lage, ein einzigartiges Profil. Der Blick der Zuständigen für diesen besonderen Topos der eigenen Gemeinde ist zu schär­fen. Das kann Vorteile wie Nachteile, Chancen und Hemmschuhe, besondere Aufgaben und Mög­lichkeiten umfassen. Zudem benötigt die Gemeindediakonie das Gefühl für den Kairos, für die günstige Gelegenheit bzw. den geeigneten Zeitpunkt. Nicht alle Gemeinden müssen alles machen. Vielmehr gibt es passende Zeiten für neue Projekte oder Beendigung alter: ein Kairos kann ein Ju­biläum sein, ein besonders ausgerufenes Jahr, wie das der Freiwilligen der Menschen mit Behinderungen, eine besondere Gabe oder Idee eines Gemeindeglieds oder ein aktueller besonders problematisch erscheinender Unglücks- oder „Sozialfall“ in der Gemeinde.“

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