Drei Fragen zur diakonischen Kultur

Ich mag einfache Fragen, mit denen man schnell auf den Punkt kommen kann. Das Salutogenese-Konzept von Aron Antonovsky kann für Fragen dieser Art inspirierend sein. Zum Beispiel, um der Kultur in einer diakonischen Einrichtung nahe zu kommen.

Antonovsky will wissen, aus welchen Gründen Menschen gesund bleiben (und damit unterscheidet sich sein Konzept von denen, die nach den Gründen forschen, warum Menschen krank werden). Von zentraler Bedeutung sind für ihn die Dimensionen Verstehbarkeit, Handhabbarkeit und Sinnhaftigkeit, sie zusammen bilden das Koheränz-Gefühl eines Menschen (etwas verkürzt gesagt, eine gute Einführung zur Salutogenese gibt es hier, S. 28-31).

In genau diesem Sinne lassen sich drei einfache Fragen formulieren, mit denen man einer (diakonischen) Kultur auf die Spur kommen kann:

  • Gefühl der Verstehbarkeit: Verstehe ich diese mich umgebende diakonische Kultur? Kann ich sie mir erklären, oder erlebe ich sie als willkürlich, zufällig, unverständlich?
  • Gefühl der Handhabbarkeit: Kann ich den Anforderungen, die diese Kultur an mich stellt, gerecht werden? Bin ich weder über- noch unterfordert? Kann ich diese Kultur handhaben, bewältigen und (mit)gestalten?
  • Gefühl der Sinnhaftigkeit: Empfinde ich diese diakonische Kultur als bedeutsam? Ist diese vorherrschende Kultur sinnvoll, hat sie ihren Sinn in sich?

Keine der drei Fragen zielt darauf, ob ich etwas „gut finde“ – sondern ob  ich es verstehe, ob ich dabei handlungsfähig bin und ob ich darin einen Sinn sehe – gerade daher sind die Fragen gut.

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