Wichern drei

Soeben erschienen: Wichern drei – gemeinwesendiakonische Impulse, herausgegeben von Volker Herrmann und mir, verlegt bei Neukirchener.

„Wichern drei“ – dieses Schlagwort von Theodor Strohm markiert eine neue Phase diakonischen Selbstverständnisses. Es spielt dabei auf einen Ausspruch von Eugen Gerstenmaier an: Mit „Wichern zwei“ bezeichnete Gerstenmaier das diakonische Programm des Evangelischen Hilfswerks in der Nachkriegszeit. Neben dem Wichernschen Gedanken der „rettenden Liebe“ (quasi „Wichern eins“) sollte mit „Wichern zwei“ die „gestaltende Liebe“ stärker in den Blick gerückt werden. 50 Jahre später skizziert Theodor Strohm die Idee von „Wichern drei“, ein Diakonieverständnis, das den Sozialraum in den Mittelpunkt der Reflexion rückt. Auch Wolfgang Huber hat den Begriff „Wichern III“ genutzt (mit einer etwas anderen Ausrichtung – und mit der „drei“ als römischer Ziffer).

Es geht dabei um die stärkere Berücksichtigung der lebensweltlichen Kontexte, den Einbezug von informellen Netzwerken, von Selbsthilfe und bürgerschaftlichem Engagement und die Suche nach neuen Kooperationspartnern, die auch über die Grenzen der kirchlichen und diakonischen Institutionen hinausreichen.

Solch ein diakonisches Grundverständnis stellt nun keine völlig neue Erfindung dar. Allerdings muss man zugestehen, dass die von Theodor Strohm Ende der 1990er Jahre beschriebene Kultur organisierter Diakonie sich de fato erst allmählich durchsetzt. Und so haben Volker Herrmann und ich zehn Jahre nach Theodor Strohms Aufsatz „Wichern drei – auf dem Weg zu einer neuen Kultur des Sozialen“ (1998) in der diakoniewissenschaftlichen Literatur nach Ansätzen und Gedanken gesucht, die unserer Meinung nach genau die Essentials der Wichern drei-Idee beschreiben.

Hinzu kommt ein Weiteres: Wichern drei entspricht inhaltlich in weiten Teilen der Idee der Gemeinwesendiakonie. Der Diakonie-Text Handlungsoption Gemeinwesendiakonie bezieht sich dann auch explizit hierauf (S. 26). Mit dem Buch „Wichern drei – gemeinwesendiakonische Impulse“ möchten wir nun diese beiden Linien in Beziehung setzen. Wichern drei verstehen wir dabei als diakoniewissenschaftliche Programmatik, die Gemeinwesendiakonie als diakoniepolitische Strategie. Wer sich gerne einen Überblick über die verschiedenen Artikel verschaffen möchte, kann hier das Inhaltsverzeichnis einsehen.

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